Pflichtteilsergänzung: Muss ich enterbt sein, um einen Anspruch auf den Schenkungspflichtteil zu haben?

Erklärt von Fachanwalt Ruby

Den Pflichtteil bekommt eigentlich nur wer enterbt ist, denkt man. Das ist aber so nicht richtig. Wenn man weniger als seinen Pflichtteil (z.B. 1/4) erbt (z.B. 1/8), hat man einen Pflichtteilsrestsanspruch. Man kann für den zum Pflichtteil zählenden Rest Geld verlangen (z.B. 1/8 des Nachlasswertes).

Genauso ist es bei Schenkungen. Wenn der Erblasser Gegenstände wegschenkt, um seinen Nachlass und damit den Pflichtteil zu verringern, schützt das Gesetz den Pflichtteilsberechtigten. Es gibt ihm einen besonderen Pflichtteilsanspruch wegen der Schenkungen. Das Gesetz nennt ihn außerordentlichen Pflichtteil oder Pflichtteilergänzungsanspruch. Es handelt sich – einfacher ausgedrückt – um den Schenkungspflichtteil.

Um den Schenkungspflichtteil zu bekommen, ist es ähnlich wie beim Pflichtteilsrestanspruch. Man bekommt ihn sogar dann, wenn man Alleinerbe ist. Hier eine Auflistung, wer den Schenkungspflichtteil bekommt:

  •  der gesetzlichen Miterbe (wenn kein Testament vorliegt)
  • der testamentarische Miterbe
  • sogar der gesetzliche Alleinerbe und
  • der testamentarische Alleinerbe
  • es muss aber immer der Wert des Hinterlassenen (Erbschaft oder Erbteil) geringer sein als der Gesamtpflichtteil des Pflichtteilsberechtigten
  • der Schenkungspflichtteil besteht sogar dann, wenn der Erbe die Erbschaft ausgeschlagen hat, auch wenn kein Fall Ausschlagung nach §§ 2306 I oder 1371 III vorliegt

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